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Participa City – Ein Planspiel für Inklusion, Partizipation und zur Prävention von Rassismus und Diskriminierung

Das Planspiel "Participa City" wurde u. a. im Rahmen der Demokratiekonferenz in Northeim vorgestellt.

Bei der Demokratiekonferenz am 02.06.2026 in Northeim konnte das Institut für angewandte Kulturforschung (ifak e.V.)  einen Einblick in ein zurzeit laufendes Erasmus-Projekt mit europäischer Förderung geben  und in einem Schnupperworkshop das Planspiel Participa City vorstellen Es wird auf Basis eines Planspiels gegen antimuslimischen Rassismus weiterentwickelt, auf neue Diskriminierungsmerkmale erweitert und mit EU-Partnern neu gestaltet.

Bürgermeister Simon Hartmann begrüßt die Anwesenden bei der Demokratiekonferenz am 2. Juni in Northeim (c) StK

Die Arbeit läuft aktuell auf Hochtouren: Anfang Juli fand in Sofia ein Arbeitstreffen der fünf europäischen Projektpartner statt (Bulgarien, Frankreich, Portugal, Schweden und zwei deutsche Partner). Vorher wurde bei der Konferenz in Sofia die Möglichkeit geboten, Szenarien auf Englisch und Bulgarisch zu erproben und das Feedback in die letzte Runde der Projektentwicklung mit einzubeziehen. Auch eine deutsche Gruppe Interessierter war dabei. Ende September soll das Planspiel dann fertig sein. Trainer werden an allen Standorten aktuell ausgebildet, so dass nach Projektende ein Produkt und eben auch kompetente Trainerinnen und Trainer zur Verfügung stehen, um seine Zielgruppe, Verwaltungen, Schule, Universität und andere Ausbildungsstellen zu erreichen.

Participa City lädt die Teilnehmer ein, eine fiktive Stadt zu betreten, in der verschiedene Alltagssituationen durch realistische Szenarien zum Leben erweckt werden. In diesen Kontexten übernehmen die Teilnehmer unterschiedliche Rollen – von Diskriminierung betroffene Menschen, Beobachter, Entscheidungsträger, institutionelle Fachkräfte oder Bürger, die in Konfliktsituationen verwickelt sind – was ihnen ermöglicht, zu erforschen, wie Einstellungen, Regeln, institutionelle Strukturen und Machtverhältnisse die volle und gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen beeinflussen können.

 

Das Spiel wurde als pädagogisches Werkzeug konzipiert, um Ausbilder, Lehrkräfte, Organisationen, öffentliche Institutionen, Schulen, Unternehmen, NGOs und andere Fachkräfte zu unterstützen, die in Kontexten von Vielfalt, Inklusion und demokratischer Bürgerschaft arbeiten. Durch praktische Erfahrung, Beobachtung und geführte Reflexion werden die Teilnehmer ermutigt, Diskriminierungssituationen im Alltag zu erkennen, deren Auswirkungen zu verstehen und bewusstere, inklusivere und verantwortungsbewusstere Reaktionen zu entwickeln.

Zu den 17 Szenarien gehören Situationen in Bereichen wie Schule, dem Wohnungsmarkt, Polizeistation, Bahnhof, Arbeitsplatz, Beratungsstelle, Jobcenter, Pflegeheime, Kindergarten, Spielplatz, öffentlicher Raum und andere. Diese Szenarien ermöglichen es, Diskriminierung auf eine konkrete, partizipative Weise anzugehen, die der sozialen Realität nahekommt.

Eine der Hauptdimensionen von Participa City ist die Reflexion. Nach jeder Rollenspielrunde werden die Teilnehmer gebeten, zu analysieren, was passiert ist, wie sie sich fühlten, welche Entscheidungen getroffen wurden und welche Alternativen hätten möglich sein können. Diese Phase ist unerlässlich, um das Spielerlebnis in sinnvolles Lernen zu verwandeln, indem fiktive Situationen mit realen, beruflichen und institutionellen Kontexten verknüpft werden.

Mit dieser Methodik möchte Participa City zur Entwicklung interkultureller Fähigkeiten, kritischem Denken, Empathie, Kommunikation, Konfliktmanagement und der Fähigkeit beitragen, in diskriminierenden Situationen zu handeln. Mehr als nur Wissen zu vermitteln, schafft das Spiel einen sicheren Raum, um mit Perspektiven zu experimentieren, Annahmen zu hinterfragen und praktische Strategien für inklusivere Umgebungen zu entwickeln.

Participa City unterstreicht die Bedeutung von nicht-formaler Bildung und erfahrungsbasiertem Lernen als Werkzeuge zur Förderung demokratischerer, partizipativer und diskriminierungsfreier Gesellschaften.

Projektmaterialien, einschließlich des Trainerhandbuchs und Spielmaterialien, sind Ende September komplett fertiggestellt und verfügbar unter: participa-city.eu