Koordinierungskreis berät neue Formate für Demokratie- und Integrationsarbeit
„Demokratie vor Ort", ein neues Online-Format und das künftige EU-Asylsystem prägten die jüngste Sitzung des Lenkungsgremiums.
Der Koordinierungskreis des Bündnisses NIEDERSACHSEN PACKT AN ist unter Leitung von Frank Doods, Chef der Niedersächsischen Staatskanzlei, zur Beratung zentraler Vorhaben zusammengekommen. Im Mittelpunkt der Sitzung standen die neue Regionalveranstaltungsreihe „Demokratie vor Ort“, der Start des Online-Formats „Kompakt – 60 Minuten“ sowie aktuelle bundes- und europapolitische Entwicklungen mit unmittelbarer Relevanz für zivilgesellschaftliches Engagement in Niedersachsen.
Demokratiearbeit unter veränderten Vorzeichen
Demokratiefördernde Strukturen geraten bundesweit zunehmend unter Druck. Geplante Änderungen am Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und mögliche Einsparungen im Bereich der Integrationspolitik werfen die Frage auf, wie zivilgesellschaftliche Arbeit in den Kommunen langfristig abgesichert werden kann. Eine vollständige Kompensation durch die Länder erscheint dabei kaum realistisch. Vor diesem Hintergrund entwickelt das Bündnis neue Formate, die Engagierte stärken und Demokratie sichtbar machen sollen.
Regionalreihe „Demokratie vor Ort“ startet im Juni
Mit „Demokratie vor Ort“ geht ab Juni ein neues regionales Veranstaltungsformat an den Start. Den Auftakt bildet eine Veranstaltung am 2. Juni in Northeim. Ermöglicht wird die Reihe maßgeblich durch die Unterstützung des Amtes für regionale Landesentwicklung sowie die Partnerschaften für Demokratie. Ziel ist es, demokratische Debatten in die Fläche zu tragen und Engagierte vor Ort zu vernetzen. Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung folgen in den kommenden Tagen.
Online-Reihe NIEDERSACHSEN PACKT AN | kompakt. geht an den Start
Mit dem Format NIEDERSACHSEN PACKT AN | kompakt. schafft das Bündnis einen kurzen, fokussierten Rahmen für Wissen und Austausch aus dem Netzwerk: 60 Minuten online, ein Gast, ein Thema. Den Auftakt machte am 7. Mai Dr. Michael Parak, Geschäftsführer von Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., mit einem Impuls unter dem Titel „Demokratie in Gefahr?!“. Er ordnete aktuelle Bedrohungen demokratischer Strukturen ein.
In die nächste Runde geht das Format am 30. Juni um 17 Uhr: Zu Gast ist dann Tobias Quednau, Referent Strukturstärkung bei der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE). Unter dem Titel „Engagementalltag erleichtern – Wie die DSEE dabei hilft“ rückt er typische Hürden des Engagements in den Mittelpunkt – von fehlendem Nachwuchs über die Suche nach Fördermitteln bis zu Formularen, die niemand gerne ausfüllt – und zeigt, welche konkreten Antworten und Unterstützungsangebote die DSEE bereithält.
- Format: 60-minütiger digitaler Impuls mit anschließendem Austausch
- Themen: Demokratiebildung, gesellschaftlicher Zusammenhalt, gefährdete Strukturen
- Zielgruppe: Engagierte, Multiplikator*innen, kommunalpolitisch Interessierte
GEAS und seine Folgen
Einen fundierten Überblick zu den Auswirkungen der bevorstehenden Einführung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) gab Dr. Susanne Graf vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport. Welche konkreten Folgen die Reform für die Arbeit von Akteur*innen in Niedersachsen entfaltet, wird im Rahmen einer weiteren NIEDERSACHSEN PACKT AN | kompakt.-Veranstaltung nach den Sommerferien vertieft. Informationen dazu folgen rechtzeitig.
Resiliente Zivilgesellschaft im Blick
Die Sitzung machte deutlich: Trotz angespannter Rahmenbedingungen suchen die im Bündnis vertretenen Partnerorganisationen nach kreativen Wegen, um zivilgesellschaftliches Engagement resilient aufzustellen.
Mit den neuen Formaten setzt das Bündnis ein klares Signal für die Stärkung demokratischer Strukturen vor Ort – analog wie digital. Aktuelle Informationen zu Veranstaltungen, Anmeldemöglichkeiten und weiteren Vorhaben werden laufend auf der Website bereitgestellt.