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„Du machst den Anfang“ zeigte das Engagement einer ganzen Region

Ein Forum für das Ehrenamt: Veranstaltung "Demokratie vor Ort - du machst den Anfang" im Zollhaus Leer

Die Vielfalt der ehrenamtlichen Arbeit, die oft unter dem Radar bleibt, in ihrer ganzen Bandbreite sichtbar zu machen – das war u.a. das Ziel der Veranstaltung „Demokratie vor Ort – Du machst den Anfang“ im Zollhaus Leer. Dort präsentierten sich jetzt 32 Organisationen und Vereine mit ihren Themen, Aktionen und Vorhaben. Organisiert vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, dem Landkreis Leer, der Stabsstelle Ehrenamt und Freiwilligenagentur sowie dem Zollhausverein Leer und dem „Bündnis Niedersachsen packt an“ entstand im Zollhaus ein „Markt der Möglichkeiten“, der viel Gelegenheit zur Information und zur Vernetzung bot.

Doch nicht nur das. Nikolaus Jansen, Landesbeauftragter für Regionale Landesentwicklung Weser-Ems, würdigte nicht nur das Engagement der Ehrenamtlichen, sondern setzte es in Beziehung zur Demokratie an sich. Er sagte: „Ehrenamt ist Demokratie – in ihrer konkretesten Form. Demokratie bedeutet nämlich nicht nur, regelmäßig ein Kreuz zu setzen. Sie bedeutet: Ich warte nicht darauf, dass „jemand“ ein Problem löst – ich bin dieser Jemand. Wer sich ehrenamtlich engagiert, sagt damit: Diese Gesellschaft gehört mir. Und ich gestalte sie. Sie zeigen: Es lohnt sich. Es verändert etwas.“

Ich warte nicht darauf, dass „jemand“ ein Problem löst – ich bin dieser Jemand.

Ilona Heijen, die für das ArL die Veranstaltung betreute, berichtet von großem Interesse, vielen Besucherinnen und Besuchern sowie von zahllosen Gesprächen an den Infotischen und –ständen. „Viele Initiativen haben sich kennengelernt, einige konnten sich über neue Mitglieder freuen, bei den Landfrauen wurde sogar über die Gründung eines neuen Ortsverbands diskutiert“, berichtete sie im Anschluss an die Veranstaltung.

Wer dabei war, konnte die große Vielfalt des Engagements direkt erleben: Das Pflanzen von Streuobstwiesen und der aktive Schutz von Lebensräume für bedrohte Arten war genauso Thema wie der Einsatz für einsame alte Menschen, denen (nur) Ehrenamtliche zuhören. Anderer wiederum organisieren das Dorffest, das eine Nachbarschaft erst zur Gemeinschaft macht. Sie engagieren sich in Sportvereinen und Kulturinitiativen, in sozialen Projekten und politischer Bildungsarbeit oder in Rettungsdienst und Feuerwehr „überall dort, wo der Staat aufhört und der Mensch anfängt“, wie Nikolaus Jansen es beschreibt: „Das klingt vielleicht nach Lückenbüßerei. Aber es ist genau das Gegenteil: Es ist das, was eine Gesellschaft erst lebenswert macht“, sagte er.

Die Veranstalter hoffen, dass das große Treffen der Ehrenamtlichen auch mittel- und langfristig nachhallt und die Vernetzung der vielen Engagierten zur Kooperation und neuen Initiativen führt. Diese Veranstaltung, so Jansen, ist die erste in Weser-Ems. Im Rahmen der seit zehn Jahren bestehenden Initiative „Niedersachsen packt an“ möchte das Land Niedersachsen ehrenamtliches Engagement sichtbarer machen – und hat deshalb diese Veranstaltungsreihe in ganz Niedersachsen ins Leben gerufen, die genau das tut: Gesichter zeigen, Geschichten erzählen, Verbindungen stiften.

Das sei der Geist von „Niedersachsen packt an“. „Seit mehr als zehn Jahren steht dieses überparteiliche Bündnis für Integration, Demokratie und Vielfalt – für ein Niedersachsen, in dem alle Menschen ihren Platz haben“, sagte Jansen. „Kein Programm von oben, sondern ein lebendiges Netzwerk: getragen von unzähligen Initiativen vor Ort, von Menschen wie Ihnen, die nicht warten, bis sich etwas ändert, sondern selbst zur Veränderung werden.“