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Best-Practice-Beispiel: Integrationsprojekt Fachkräfte für das Handwerk in Hildesheim

Mit Ehrgeiz, Sprachkompetenz und dem richtigen Betrieb findet eine Albanerin ihren Berufsweg in Hildesheim.

Frau Sono, die 2018 mit 32 Jahren gemeinsam mit ihrem kleinen Kind und ihrem Mann nach Deutschland kam, hat in ihrem Geburtsland Albanien einen mit dem Abitur vergleichbaren Schulabschluss gemacht. Bevor sie nach Deutschland kam, lebte sie einige Jahre in Griechenland und Italien.

Bedingt durch die Corona-Pandemie und die Geburt ihres zweiten Kindes benötigte sie für das Erlernen der deutschen Sprache mehrere Jahre. Hierbei zeigte sie bereits ein hohes Maß an Eigeninitiative bei der Suche nach Sprachkursen, ohne die sie das Sprachniveau B2 nicht erreicht hätte. Parallel dazu arbeitete sie als Reinigungskraft und Küchenhilfe in Hildesheim.

Im Frühjahr 2025 suchte Frau Sono die Unterstützung durch die Mitarbeiterin des IFHa-Projekts, Frau Mechthild Schulz-Fleißner. Ihre Priorität lag darauf, einen qualifizierten Berufsabschluss in Deutschland zu erwerben. Aufgrund der Notwendigkeit sich um ihre kleinen Kinder zu kümmern zog sie eine Teilzeitausbildung in Betracht. Mit dem Friseurberuf hatte Frau Sono bisher keine Berührungspunkte, auf Grund ihres Interesses an Mode und Erfahrungen in anderen Dienstleistungsberufen entschied sie sich aber für diesen Beruf.

Der Betrieb Haardesign Hußmann liegt günstig gelegen in Nachbarschaft zu ihrem eigenen Wohnort im Landkreis Hildesheim. Hier absolvierte sie Anfang Juni ein zweiwöchiges Praktikum und äußerte den Wunsch, die Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren.

Ende Juni gab Frau Hußmann ihr die Zusage für die Ausbildung. Allerdings einigten sie sich darauf, die Ausbildung in Vollzeit durchzuführen, da eine Teilzeitausbildung für den Betrieb aufgrund der geringeren Präsenzzeiten nicht passend ist. Frau Sono konnte eine Familienangehörige dafür gewinnen, regelmäßig die Kinderbetreuung zu übernehmen.

Schon nach den ersten Wochen bestätigten sich die Eindrücke, die Frau Hußmann im Praktikum gewonnen hat: „Ich bin mit Jonida sehr zufrieden! Sie ist selbstständig und im hohen Maß eigenverantwortlich. Sie ist sehr ehrgeizig und fordert mich auf, ihr alles genau zu erklären. Ich muss sogar sagen, dass ich in den über zwanzig Jahren meiner Selbstständigkeit selten eine so gute Auszubildende hatte!“ Auch mit den anderen 8 Mitarbeiterinnen im Team kommt Frau Sono gut zurecht. Im Berufsschulunterricht sind der hohe Altersunterschied zu den anderen Auszubildenden zwar gewöhnungsbedürftig und auch die vielen neuen fachlichen Inhalte eine Herausforderung, aber einige Klassenarbeiten hat sie schon mit der Note „gut“ abgeschlossen.

Durch die Vermittlung der IFHa-Beraterin trifft sich Frau Sono einmal in der Woche mit einer Ehrenamtlichen aus dem Projekt SES VerA und wiederholt die neuen Ausbildungsinhalte aus der Berufsschule. Dabei setzt sie sich hohe Ziele: „Ich möchte schnellstmöglich meine Ausbildung beenden und sie nach Möglichkeit verkürzt absolvieren. Deshalb gebe ich mir weiterhin sehr große Mühe. Ich bin sehr froh, bei Frau Hußmann gelandet zu sein.“

Frau Hußmann ergänzt: „Wir suchen auch aktuell weiter nach guten Mitarbeitenden, können derzeit immer wieder auf Grund der knappen Personaldecke Kundentermine nicht annehmen. Mit Frau Sono habe ich einen richtigen Glücksgriff gemacht. Ich hoffe, dass sie noch lange bei uns bleibt.“

Text und Bilder: Malte Diercks

Kontakt

Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen
Braunschweiger Straße 53
31134 Hildesheim

malte.diercks@hwk-hildesheim.de
05121 162 170

Hintergrund: Integrationsprojekt Fachkräfte für das Handwerk – Geflüchtete und Zugewanderte in Ausbildung und Beschäftigung (IFHa)

Das „Integrationsprojekt Fachkräfte für das Handwerk – Geflüchtete und Zugewanderte in Ausbildung und Beschäftigung“ (IFHa) wird durch die niedersächsischen Handwerkskammern umgesetzt. Dazu zählen die Handwerkskammer für Ostfriesland, die Handwerkskammer Oldenburg, die Handwerkskammer Hannover, die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen, die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade sowie die Campus Handwerk Süd-West Niedersachsen GmbH. Ziel ist es, Zugewanderte, Geflüchtete und Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund für das niedersächsische Handwerk zu gewinnen und zu halten.

Kernaufgabe ist die Vermittlung in Beschäftigungsverhältnisse sowie in die duale Ausbildung. Sprach- und Kompetenzfeststellungen werden durchgeführt, Praktika und Einstiegsqualifizierungen vermittelt. Zudem werden Zugewanderte sowie interessierte Handwerksbetriebe begleitet und beraten.

Projektlaufzeit: 1. April 2024 – 31. Dezember 2027

Kennzahlen für das IFHa-Projekt aus dem zweiten Zwischenbericht für den Zeitraum 01.04.2024 – 1.10.2025:

  • Projektteilnehmende Personen: 1015 (davon 84% männlich und 16% weiblich),
  • Projektteilnehmer/-innen in Ausbildung: gesamt: 249
  • Projektteilnehmer/-innen in Beschäftigung: gesamt: 156
  • Projektteilnehmer/-innen in Praktikum: gesamt: 242
  • Unterstützte Betriebe: gesamt: 232

> Weitere Informationen finden Sie unter www.ifha-projekt.de