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Fachgespräch: Jugendarbeit in der muslimischen Community

Der Landespräventionsrat und das Landesdemokratiezentrum laden am 25. November gemeinsam zu einem Fachgespräch mit zwei Experten aus der digitalen und analogen Streetwork ein.

Muslimisches Leben in Deutschland ist in den letzten Jahren deutlich vielfältiger geworden, die Zahl der Musliminnen und Muslime ist gewachsen und ihre gesellschaftliche Integration ist häug viel besser als oftmals angenommen (vgl. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: 28.04.2021). Die vielfältigen Facetten muslimischen Lebens sind für unsere Demokratie ein fester und wichtiger Bestandteil.

Gleichzeitig nimmt seit einigen Jahren antimuslimischer Rassismus zu (vgl. Claim Allianz: Zivilgesellschaftliches Lagebild antimuslimischer Rassismus: 30.06.2025). In Form und Inhalt leisten öentliche Migrationsdebatten und der sogenannte „Islam-Diskurs“ einen Beitrag zu Ausgrenzungs- und Diskriminierungsempnden und -erfahrungen von muslimisch gelesenen Personen.

Manche konsumieren religiöse Inhalte über soziale Medien und fnden dort oft auch vermeintlich einfache Antworten auf komplexe Fragen. Nicht selten kommen diese Antworten von radikalen bzw. extremistischen Infuencern und Predigern. Quelle: Ketlear, Mareike (10.05.2021): Muslimisches Leben in Deutschland, online: www.jugendhilfeportal.de, abgerufen am 17.09.2025. o.V. claim-allianz (August 2025): Zivilgesellschaftliches Lagebild antimuslimischer Rassismus, online: www.claim-allianz.de, abgerufen am 17.09.2025.

Zusätzlich ist auch der Israel-Palästina-Konfikt und die Entwicklungen in Gaza für viele junge Menschen ein Thema, das ihnen im Netz begegnet und in der analogen Welt besprochen wird, ohne dass sie bei der Einordnung des Gesehenen ausreichend Unterstützung erfahren.

Die Frage, was junge Menschen aus muslimischen Communitys im analogen Alltag und im digitalen Raum bewegt, wie sie mit diesen Themen umgehen und welche Möglichkeiten der Unterstützung Fachkräfte haben, werden wir gemeinsam mit unseren Fachexperten aus der muslimischen Jugendarbeit und der digitalen KI-Prävention besprechen.

Die Veranstalter möchten die Möglichkeit geben, mehr über die Lebenswelten der Jugendlichen zu erfahren, und Raum für Fragen und Anregungen zur täglichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bieten.

Die Veranstaltung findet am 25. November von 15:00 bis 17:00 Uhr statt.

Anmeldung für die Onlineveranstaltung unter:
> veranstaltung.ldz-niedersachsen.de

Referent*innen

Dua Zeitun hat Islamische Theologie am Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück studiert. Als Koordinatorin der muslimischen Jugendcommunity Osnabrücker Land e. V. leitet sie das Mujbepo-Projekt sowie eine Modulreihe zum Umgang mit Antisemitismus, antimuslimischem Rassismus und weiteren Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Zudem ist sie als pädagogische Mitarbeiterin an der Katholischen Landvolkhochschule Oesede und als politische Bildnerin aktiv. Dabei hat sie mit mehr als 300 muslimisch geprägten Jugendlichen unterschiedlichen Alters auf lokaler Ebene gearbeitet. Ihre Themenschwerpunkte sind Rechtsextremismus, Linksextremismus, Islamismus, der Nahostkonflikt und antisemitische Haltungen, die sich im gesellschaftlichen Diskurs zeigen.

Deniz Yilmaz hat seinen Masterabschluss in Kommunikationsmanagement und leitet das Pilotprojekt AwareNet Niedersachsen. Ziel des Projektes ist es, Radikalisierung im digitalen Raum durch den innovativen Einsatz handelsüblicher KI-Tools zu begegnen. Dabei werden Methoden des Online-Streetworks erprobt und neue Ansätze für Prävention entwickelt. Beruflich war er zuvor als Projektleiter in einem IT-Systemhaus im Bereich Marketing tätig und engagierte sich ehrenamtlich in türkischen Gemeinden. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen digitale Radikalisierungsprävention, Islamismus und antimuslimischer Rassismus sowie KI-gestützte Methoden in der Sozialarbeit und in der Schnittstelle zwischen Kommunikation, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe.