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Pate Abdalazim Mudawi Ahmed Alhag

„Mit Sport lassen sich Menschen leicht zusammenbringen“: Abdalazim Mudawi Ahmed Alhag auf dem Weg vom Sportler zum Trainer.

„Es ist schön zu sehen, wenn Sportler zu Trainern werden“

Schon seit zehn Jahren spielt Abdalazim Mudawi Ahmed Alhag Fußball beim VfL Eintracht Hannover. Und inzwischen trainiert er auch eine Mannschaft geflüchteter Menschen.

„Fußball ist meine Leidenschaft“, sagt Abdalazim Mudawi Ahmed Alhag. Und daran hat auch seine Flucht aus dem Sudan 2015 nichts geändert. Der heute 45-Jährige flüchtete vor dem Krieg in seiner Heimat nach Deutschland. Kurzfristig kam er nach München, nach Braunschweig – und dann nach Hannover, wo er heute noch lebt. Und im November 2015 zur Eintracht, wo er heute noch spielt und trainiert.

Ich will weiter als Trainer arbeiten
und als nächstes die B-Lizenz machen.“

Schon als Kind spielte Alhag Fußball. Er wurde tatsächlich Profi, spielte als Verteidiger in der Sudan Premier League, zuletzt bei Al-Sababy. Um seine Profikarriere in Deutschland fortzusetzen, fühlte sich Alhag allerdings zu alt. „Heute kicke ich nur noch zum Spaß und zeige jungen Menschen, wie man Fußball spielt“, sagt er lachend. Beim VfL Eintracht Hannover hat er ein soziales Umfeld gefunden, viele der Menschen, die er vom Sport kennt, trifft er auch außerhalb der Trainingshalle. „Wir besuchen uns, kochen zusammen und unterhalten uns.“

„Es ist schön zu sehen, wenn Sportler zu Trainern werden“, sagt Swenia Hillmer, die Integrationsbeauftragte des VfL Eintracht Hannover. Der Verein aus dem Stadtteil Südstadt-Bult hat eine große Tradition, 2023 feierte er sein 175-jähriges Bestehen. Er bietet ein breites sportliches Programm – von Fitness bis Yoga – und hat bereits seit 2009 spezielle Angebote für geflüchtete Menschen. „Mit Sport lassen sich Menschen sehr leicht zusammenbringen, motivieren und begeistern“, ist sie überzeugt.

Geflüchtete Menschen aus vielen Nationen und allen Altersschichten trainieren bei der Eintracht. „Wir wollen für alle etwas anbieten“, betont Swenia Hillmer. Neben Fußball gibt es Tanzkurse für Jugendliche und Angebote für Frauen und Kinder, die individuell nach den Wünschen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgerichtet werden – von Kampfsport bis Tanzen. Außerdem gibt es in den Schulferien Fahrradkurse für Frauen. Daneben macht der Verein auch intensive Quartiersarbeit. Er kooperiert mit einem Flüchtlingswohnheim, Altenheim und Kleingartenverein im Viertel und veranstaltet Feste.

Sport ist für geflüchtete Menschen ein guter Anlaufpunkt, um Fuß zu fassen, andere kennenzulernen, sich zu integrieren.“
Swenia Hillmer, Integrationsbeauftragte des VfL Eintracht Hannover

„Wir versuchen fortlaufend, unsere Angebote zu erweitern“, erzählt die Integrationsbeauftragte. Im Moment werden die Möglichkeiten für Schwimmkurse geprüft. „Aber wir müssen natürlich auch auf die Finanzierung achten.“ Die Kurse für geflüchtete Menschen werden gefördert vom Landesportbund Niedersachsen und der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung.

Auch Dank des Vereins ist Abdalazim Mudawi Ahmed Alhag längst in Hannover etabliert. Er arbeitet bei einem Sicherheitsdienst in einem Elektromarkt und hat außerdem einen Minijob in dem Flüchtlingswohnheim, in dem er selbst anfangs untergebracht war. Dem Fußball will er auf jeden Fall verbunden bleiben und demnächst seine B-Trainerlizenz machen.

Im Übrigen ist seine Zukunft noch nicht ganz klar. Seine Lebensgefährtin, mit der er auch ein Kind hat, lebt in Frankreich. Sie wollen heiraten und zusammenleben, aber wo steht noch nicht fest. Und wenn irgendwann der Krieg vorbei ist, möchte er zurück in den Sudan. Dort lebt noch seine Familie, mit der er täglich chattet.